Bestandsübersicht

In den Bestandsgruppen finden Sie Auflistungen der einzelnen Bestände. Teilweise sind diese digitalen Findmitteln verknüpft, die auf Württembergische Kirchengeschichte Online hinterlegt sind. Sie können auch direkt über die Bestandsübersicht bei Württembergische Kirchengeschichte Online recherchieren.

 

Beständegruppen

  • add A Württembergische Kirchenstellen

    Die A-Bestände setzen sich zusammen aus den historischen Überlieferungen der kirchenleitenden Behörden, namentlich des Synodus, des Konsistoriums, des Oberkirchenrats, der Generalsuperintendenzen, der Prälaturen und der Landessynode.

    Zu den zentralen Beständen gehören die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts einsetzenden Synodus- und Konsistorialprotokolle. Sie geben lebendigen Einblick in die kirchlichen Verhältnisse in den einzelnen Pfarreien der Landeskirche. Zeugnis-, Diener- und Stellenbücher liefern informative Personalia zu den württembergischen Geistlichen und Schuldienern des 16. bis 20. Jahrhunderts.

    Die Aktenüberlieferung der Kirchenleitung ist gegliedert in Allgemeine Kirchenakten, Personalakten und Ortsakten. Die Ortsakten geben Aufschluss über die Besetzung der einzelnen Pfarrstellen, deren Visitation und Besoldung sowie ab 1924 über Vermögensangelegenheiten und Bausachen der Kirchengemeinden.

    Die Übersicht zu den einzelnen Beständen finden Sie hier.

  • add B Neuwürttembergische Kirchenstellen

    Die B-Bestände des Landeskirchlichen Archivs umfassen die Akten der aufgelösten hohenlohischen Kirchenstellen, so weit diese an das Landeskirchliche Archiv gelangten, und die Überlieferung von Behörden der Übergangszeit 1803-1807.

    Den umfangsreichsten Teil der B-Bestände bilden die Akten der aufgelösten hohenlohischen Kirchenstellen. Die 1805 an das Königreich Württemberg gefallenen Besitzungen der Fürsten bzw. Grafen von Hohenlohe gehörten mit 1760 Quadratkilometern und 108.600 Einwohnern zu den bedeutendsten Erwerbungen Württembergs im Kontext der Mediatisierung. Das 1450 in den Grafenstand erhobene Haus Hohenlohe, durch Erbteilungen in zahlreiche Linien zersplittert, hatte sich nach 1548 der Reformation zugewandt und ein evangelisches Kirchenwesen aufgebaut. 1667 kehrte die Linie Hohenlohe-Waldenburg zum Katholizismus zurück und erreichte in enger Anlehnung an das habsburgische Kaiserhaus 1744 die Erhebung in den Reichsfürstenstand. Erst zwanzig Jahre später, 1764, gelang es auch der protestantisch gebliebenen Linie Hohenlohe-Neuenstein, in den Fürstenstand aufzusteigen. Die konfessionelle Spaltung des Hauses, politische Differenzen und die starke Zersplitterung des Besitzstandes verhinderten das Zusammenwachsen der Linien zu einer politisch gestaltenden Kraft. So wurde Hohenlohe 1806 durch Württemberg und Bayern trotz heftigen Widerstandes mediatisiert, wobei der überwiegende Teil an Württemberg, kleinere Teile (Hohenlohe-Schillingsfürst und Teile von Hohenlohe-Kirchberg) an Bayern fielen.

    Das Oberkonsistorium Heilbronn entstand parallel zur Oberlandesregierung in Ellwangen. Für die neuwürttembergischen Gebiete zuständig, bestand das Konsistorium aus dem Landvogt, dem Landvogteigerichtsassessor sowie einem weltlichen und einem geistlichen Konsistorialrat. Gemäß der Instruktion vom 25. Juni 1804 (A 26, Bd. 156) umfasste der Geschäftsbereich der neuen Behörde die geistliche Gerichtsbarkeit, die kirchliche Oberaufsicht und die Kirchenpolizei, während die Pfarrer direkt vom Kurfürsten ernannt wurden. Dem Oberkonsistorium Heilbronn unterstanden die Dekanate Hall, Heilbronn, Aalen mit Giengen an der Brenz und Adelmannsfelden, Esslingen und Reutlingen. Am 1. Mai 1807 stellte die Behörde ihre Tätigkeit wieder ein.

     

    Unbedingt zu beachten gilt es, dass die archivische Überlieferung der übrigen evangelischen Territorien und Reichsstädte, die bis 1810 im Königreich Württemberg aufgingen, sich nicht im Landeskirchlichen Archiv befindet. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der in A 29 verwahrten, im Konsistorium erwachsenen Ortsakten, die erst mit dem Zeitpunkt ihres Anfalls an das Kurfürstentum bzw. Königreich Württemberg einsetzen.

    Das eben Ausgeführte gilt jedoch nicht für Brandenburg-Ansbach, auf das wegen seiner geschichtlichen Bedeutung und seiner komplizierten archivischen Überlieferungslage eigens einzugehen ist. Die Markgrafschaft gehörte zu den Territorien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die sich früh der Reformation zuwandten. Bereits 1533 wurde durch Markgraf Georg die unter Mitwirkung Nürnberger Theologen erarbeitete Brandenburg-Nürnbergische Kirchenordnung eingeführt. Von 1603 bis 1769 existierten die fränkischen Besitzungen der Hohenzollern als zwei getrennte Sekundogenituren der brandenburgischen Kurlinie. Der Pietismus blieb sowohl in Brandenburg-Ansbach als auch in Brandenburg-Bayreuth eine theologische Strömung von untergeordneter Bedeutung, mit Ausnahme des dritten und vierten Jahrzehnts des 18. Jahrhunderts, als der Pietismus Zinzendorf´scher Prägung unter Markgraf Georg Friedrich Karl in Bayreuth Fuß fasste. Im Zeichen des staatlichen Absolutismus ist die Aufhebung der behördlichen Selbstständigkeit der Konsistorien zu deuten, die nach dem Übergang der fränkischen Besitzungen an Preußen (1791/2) zunächst der Regierung, dann der Kriegs- und Domänenkammer eingegliedert wurden. Im Jahre 1806 fiel Ansbach, 1810 auch Bayreuth an Bayern, das im Zuge eines Gebietsaustausches die (Ober-)Ämter Blaufelden, Crailsheim, Creglingen und Gerabronn an das Königreich Württemberg abtrat.

    Die archivische Überlieferung Brandenburg-Ansbachs ist vor allem im Staatsarchiv Nürnberg, im Landeskirchlichen Archiv Nürnberg sowie im Staatsarchiv Ludwigsburg zu suchen. Die im Konsistorium Ansbach gebildeten Ortsakten der an das Königreich Württemberg gefallenen Städte und Dörfer befinden sich heute im Bestand A 29. Aufgrund der Dichte der z.T. bereits im späten 15. Jahrhundert einsetzenden Überlieferung kommt ihnen herausragende Bedeutung zu.

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  • add C Bildungseinrichtungen

    Die hier verwahrten Archive der Evangelischen Seminare Blaubeuren, Schöntal und Urach bergen vielfältiges Quellenmaterial zur Bildungsgeschichte Württembergs. Die Seminare sind aus den 1556 durch die Klosterordnung von Herzog Christoph von Württemberg gegründeten Klosterschulen hervorgegangen. Etliche namhafte Persönlichkeiten besuchten die evangelischen Seminare, darunter etwa David Friedrich Strauss, Eduard Mörike, Hermann Hesse oder Albrecht Goes.

    Umfangreiche Bestände bilden daneben die Archive der ehemaligen Fachschule für Sozialarbeit in Reutlingen, der Haushaltungsschule Königin-Paulinenstift in Friedrichshafen und des Evangelischen Mörike-Gymnasiums in Stuttgart.

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  • add D Private Nachlässe und Sammlungen

    Das Landeskirchliche Archiv verwahrt private Nachlässe und Sammlungen einer Vielzahl von Persönlichkeiten des kirchlichen Lebens. Besonderes Gewicht hat der Nachlass des Landesbischofs Theophil Wurm (1868 –1953) mit seiner Bedeutung für die kirchengeschichtliche Forschung zum Nationalsozialismus und zur unmittelbaren Nachkriegszeit. Erwähnenswert sind überdies etwa der Nachlass des Dekans Theodor Dipper (1903 –1967) mit umfangreichem Quellenmaterial zur Evangelischen Bekenntnisgemeinschaft in Württemberg oder der Nachlass des Prälaten Karl Hartenstein (1897–1952), welcher sowohl für die Landeskirche als auch die Evangelische Kirche Deutschland und die Basler Mission in maßgeblicher Rolle fungierte.

    Weitere Beispiele sind das Archiv des bedeutenden Neutestamentlers Adolf Schlatter (1852 –1938) und das Blumhardt-Archiv mit einer Fülle von Briefen und Werkmanuskripten des Pfarrers Johann Christoph Blumhardt (1805 –1880).

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  • add E Kirchenbücher

    Die E-Bestände des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart umfassen die Kirchenbuch-Duplikate, die für die Jahre 1808 bis 1875 von den Pfarrämtern anzufertigen waren (E 1). Kirchenbuch-Originale, die im Landeskirchlichen Archiv verwahrt werden, sind im Bestand E 2 zusammengefasst. Ferner befinden sich in den Bestandsgruppen E 3 bis E 5 die Kirchenbücher der ehemaligen deutschen evangelischen Kirchengemeinden im ehemaligen Jugoslawien, in Rumänien und in der Slowakei.

    Benutzungshinweise: Da die Kirchenbücher bis 1875 sicherungsverfilmt sind, ist für die Benutzung auf die Mikrofilme zurückzugreifen. Die Kirchenbuch-Duplikate für den Zeitraum 1808-1875 (Bestand E 1) sind zur Zeit aus konservatorischen Gründen nicht einsehbar.

    Die unmittelbare Nutzung der Kirchenbücher der deutschen evangelischen Kirchengemeinden aus dem ehemaligen Jugoslawien ist aus datenschutzrechtlichen Gründen lediglich bis 1875 gestattet. Aus den neueren Kirchenbüchern von 1876 bis 1954 werden hingegen auf schriftliche Anfrage vom Landeskirchlichen Archiv Stuttgart beglaubigte Auszüge erstellt.

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  • add F Dekanatsarchive

    Die Kirchengemeinden der Landeskirche sind in Kirchenbezirke zusammengefasst, die deckungsgleich mit den Dienstbereichen der Dekanatämter sind. Einen Überblick über die historische Entwicklung der Dekanate (Spezialate) bietet der Historische Atlas von Baden-Württemberg Bd. VIII,9.

    Die allermeisten Dekanatsarchive werden als Deposita im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart verwahrt. Der Vollständigkeit halber sind in der Beständeübersicht mit entsprechendem Hinweis auch die Dekanatsarchive genannt, welche ihren Standort nicht im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart haben.

    Da die Dekanatämter immer auch zugleich die Tätigkeiten eines Stadtpfarramtes wahrnehmen, findet sich in den Dekanatsarchiven in der Regel auch die "pfarramtliche" Überlieferung des Dekanatsortes. Die Dekanatsarchive enthalten somit Quellenmaterial zum Kirchenbezirk, dem Amtsort und den einzelnen Kirchengemeinden des Dekanats (Kirchenbezirks).

    Die Archive der Dekanatämter haben im Regelfall eine Laufzeit bis 1966, archivisch erschlossen sind sie im Regelfall mindestens bis 1945. Bei der Laufzeit der Dekanatsarchive ist zu beachten, daß die Überlieferung in vielen Fällen mit dem ältesten Kirchenbuch einsetzt, das sonstige Schriftgut jedoch auch erheblich später seinen Anfang nehmen kann.

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  • add G Pfarrarchive

    Zahlreiche Pfarr- und Dekanatämter geben ihre Archive zur fachgerechten Verwahrung an das Landeskirchliche Archiv ab. Diese Archive enthalten aufschlussreiche Quellen für die Familien-, Lokal- und Regionalgeschichte und sind für ortsgeschichtliche Forschungen unersetzlich. Neben den Kirchenbüchern sind besonders die Kirchenkonvents- und Kirchengemeinderatsprotokolle hervorzuheben sowie die Pfarr- und Schulvisitationsberichte, die in dichter Beschreibung Informationen über das kirchlich-kommunale Alltagsleben und über die Besonderheiten und Bräuche der einzelnen Gemeinden beinhalten.

    Bei der Laufzeit der Pfarrarchive ist zu beachten, dass die Überlieferung in vielen Fällen mit dem ältesten Kirchenbuch einsetzt, wobei das sonstige Schriftgut auch erheblich später seinen Anfang nehmen kann.

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  • add H Handschriften

    Das Landeskirchliche Archiv verwahrt eine Reihe von Handschriften aus dem 16.-20. Jahrhundert. Als eines der bedeutendsten Stücke befindet sich hierunter das Konkordienbuch von 1580 mit den Originalunterschriften der ab 1565 auf die Konkordienformel verpflichteten Kirchendiener Württembergs. Weiter sind hier einzelne Handschriften u.a. von Karl August Auberlen, Ferdinand Christian Baur, Melchior Sylvester Eckhard, Johann Friedrich Flattich, Otto Gittinger, Philipp Friedrich Hiller, Christian Hochstetter, Friedrich Christoph Oetinger, Karl Heinrich Rieger, Wilhelm Friedrich Roos, Andreas Stoffel, Johann Christian Storr, Valentin Vannius und Ferdinand Vischer eingereiht.

    Der größte Teil der Sammlung, die laufend erweitert wird, ist durch ein Findbuch erschlossen.

    Zahlreiche Handschriften von Theologen finden sich v.a. auch in den D-Beständen (Private Nachlässe und Sammlungen).

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  • add K Kirchliche Einrichtungen - Werke - Vereine

    Viele Einrichtungen, Werke und Verein lassen ihre Archive durch das Landeskirchliche Archiv verwahren und verwalten. Deren Bestände spiegeln über die behördlichen Verwaltungsunterlagen hinaus die vielfältigen Tätigkeitsfelder der Kirche in der Gesellschaft wider – so etwa die kirchliche Familien-, Frauen- und Jugendarbeit, die Erwachsenen- und Familienbildung oder die kirchliche Medienarbeit. Ebenso findet sich Material über die weltweite Bibelverbreitung durch die Württembergische Bibelgesellschaft oder die Beratungstätigkeit der 1945 gegründeten Hilfsstelle für Rasseverfolgte.

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  • add L Diakonie

    Themenfelder wie Euthanasie im Nationalsozialismus, Beschäftigung von Zwangsarbeitern im Dritten Reich oder die Heimkinderproblematik der 1950er-1970er Jahre haben den Fokus historischer Forschung in den letzten Jahren verstärkt auf den Bereich der Diakonie gelenkt. Die Archive der diakonischen Einrichtungen mit ihren umfangreichen Akten- und Bildbeständen sind in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung, ganz gleich ob es sich dabei um das Archiv des Diakonischen Werks Württemberg als Zusammenschluss des Hilfswerks und der Inneren Mission der Landeskirche, der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart, der Zieglerschen in Wilhelmsdorf, der Karlshöhe Ludwigsburg, der Paulinenpflege in Winnenden oder der Samariterstiftung Nürtingen handelt.

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  • add Archivische Sammlungen

    Zeitungsausschnitte, (Predigt-)Manuskripte, Reskripte, Erlasse, Rundschreiben, Fotos, Plakate und Tonbänder sind Beispiele für die Sammlungstätigkeit des Archivs. Inhaltlich im Blickfeld stehen dabei kirchliche Persönlichkeiten, Kirchengemeinden, kirchliche Gebäude, Institutionen, Ereignisse und Veranstaltungen, wie etwa der Deutsche Evangelische Kirchentag.
    Zum reichen Bildbestand gehört ein wertvoller Fundus an Historischen Fotos aus Palästina aus der Zeit von 1860 –1935, die aus dem Bestand des Syrisches Waisenhauses und der Schneller- Schulen stammen.

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  • add Kirchliche Überlieferung in anderen Archiven

    Archivgut zur württembergischen Kirchengeschichte findet sich, der historischen Entwicklung der Evangelischen Landeskirche entsprechend, auch in staatlichen und kommunalen Archiven. Insbesondere die Überlieferung der evangelischen Territorien und Reichsstädte, die 1803/06 im Königreich Württemberg aufgingen, findet sich nicht im Landeskirchlichen Archiv.

    Eine Übersicht über Archive in Deutschland findet sich auf dem Archivportal D, für Archive in Baden-Württemberg gibt es ein weiters Archivportal.