Weitere Rechtsvorschriften

  • add Aufbewahrung der Kirchenbücher

    EVANGELISCHER OBERKIRCHENRAT        7000 STUTTGART 10, den 29. Oktober 1990
                                                                                   Postfach 10 13 42
     AZ 32.14 Nr. 2/5

     

    An die
    Evang. Dekanatämter,
    Kirchl. Verwaltungsstellen,
    großen Kirchenpflegen
    ___________________________

     

    Betr.: Feuerhemmende Schränke für die Aufbewahrung von Kirchenbüchern

     

    In der "Archivordnung für die Evang. Landeskirche in Württemberg" (Abl. 53
    Nr. 20 vom 29. Juni 1989) ist in § 15 Abs. 1 u.a. folgendes bestimmt: "Kirchenbücher sind in feuerhemmenden Schränken zu verwahren".

    Verschiedene Anfragen geben Anlaß, den Begriff "feuerhemmende Schränke" genauer zu bestimmen.

    Ein feuerhemmender Schrank muß folgende Anforderung erfüllen:

    Entscheidend ist die mehrwandige Konstruktion, wobei der Raum zwischen Außen- und Innenmantel mit Isolierstoff ausgefüllt sein muß. Tür und doppelte Wandungen müssen durch hochfeuerbeständige Isoliermasse nach DIN 4102 geschützt sein. In der Regel handelt es sich dabei um Stahlschränke.

    Diese Schränke werden im Fachhandel meist als feuergeschützt und diebessicher bezeichnet.

    Daneben ist auch die Verwendung von speziellen Holzschränken möglich, die mit sogenannten Brandschutzplatten ausgerüstet sind. Diese 1,8 mm dicken flexiblen Platten bestehen aus Natriumsilikat, das die Eigenschaft besitzt, bei Temperaturen über 200 Grad zu einer mechanisch stabilen, hitzedämmenden Schicht aufzuschäumen. Die Anwendung solcher Brandschutzplatten erfordert allerdings Spezialkenntnisse des Schreiners. Auf ein stabiles Schloß ist in jedem Fall zu achten.

    Nicht zulässig ist die Verwendung von einwandigen Stahlschränken ("Spinden"), da diese Schränke den Inhalt nur vor der offenen Flamme, nicht jedoch vor Hitze-einwirkung schützen. Im Schadensfall verkohlt der Inhalt.

    Es ist nicht erforderlich, Schränke mit VDMA bzw. RAL Prüf- bzw. Gütezeichen zu verwenden (Tresor).

    Da bei einem feuerhemmenden Schrank der Inhalt luftdicht abgeschlossen sein muß, sollte die Schranktüre mindestens einmal wöchentlich für kurze Zeit geöffnet werden, um Verstockungen des Inhalts zu vermeiden.

    Es wird empfohlen, die Schränke nicht zu klein dimensioniert zu kaufen; die Preisunterschiede zwischen kleinen und großen Modellen sind relativ gering.

    Im folgenden ist eine Reihe von Lieferfirmen aufgeführt, die dem Landeskirchlichen Archiv bekannt geworden sind. Die Adressen weiterer Lieferfirmen sind über den Bürofachhandel zu erfragen.

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    Zu beachten ist, daß kirchlichen Stellen von vielen Anbietern günstige Rabattsätze eingeräumt werden. Ebenso unterscheiden sich die Preise oft nach den Lieferbedingungen. Frei Haus bedeutet nicht frei Verwendungsstelle.

     

    Verzeichnis der Lieferfirmen:

    Fa. Mitterhuber Tresorbau GmbH
    Reinsburgstraße 51
    7000 Stuttgart 1 Tel. 0711/61 60 27

    Fa. Regis-Organisation
    Hans Held KG
    Wollgrasweg 17
    7000 Stuttgart 70 Tel. 0711/45 14 90

    Fa. Metzger u. Zimmermann
    Reinsburgstraße 97
    7000 Stuttgart 1 Tel. 0711/ 61 30 40 oder 61 30 49

    Fa. Bauer-Organisation KG
    Kelterstraße
    7441 Unterensingen Tel. 07022/6 30 27

    Fa. Compact Tresore
    Sontheimer Straße 37
    7100 Heilbronn Tel. 07131/5 50 43

    Fa. Schäfer Tresore
    Marktplatz Wangen
    Postfach 4 66
    7000 Stuttgart 60 (Wangen) Tel. 0711/42 23 22 oder 42 49 15

     


    I.V.
    (gez.) Dietrich
    Direktor

    Beglaubigt
    Kanzleiabteilung:

  • add Verwahrung von Dekanats- und Pfarrarchiven

    EVANGELISCHER OBERKIRCHENRAT 70012 STUTTGART, 1998-02-09
        Postfach 10 13 42
        Telefon (07 11) 21 49 - 0
        Herr Dr. Haag             - 5 32

    AZ 32.40 Nr. 7/5.4

    An die
    Evang. Dekanatämter
    _________________

     

    Verwaltung von Pfarr- und Dekanatsarchiven durch das Landeskirchliche
    Archiv


    Das Landeskirchliche Archiv hat die Aufgabe, das kulturelle Erbe der Evang. Landeskirche in Württemberg zu sichern und zugänglich zu machen. Es ist bestrebt, materiellen Schaden von Kirchenbezirken und Kirchengemeinden abzuwenden und zur Entlastung der Pfarrerinnen und Pfarrer beizutragen.

    Zu diesem Zweck soll es den Dekanat- und Pfarrämtern ermöglicht werden, ihre Archive durch das Landeskirchliche Archiv zentral verwahren und verwalten zu lassen. Voraussetzung für die Übernahme der Verwaltung durch das Landeskirchliche Archiv ist ein Beschluß des Kirchenbezirksausschusses bzw. des Kirchengemeinderates. Der Beschluß kann jederzeit widerrufen werden mit der Folge, daß das Archiv wieder an den Herkunftsort zurückgegeben wird.

    Wo von der Möglichkeit einer zentralen Verwahrung und Verwaltung Gebrauch gemacht wird,  sichtet das Landeskirchliche Archiv gemäß der Archivordnung die ihm angebotenen Unterlagen auf Archivwürdigkeit, bestimmt entsprechend dem Datum der Antragstellung und dem historischen Wert des ihm angebotenen Archivs den Zeitpunkt der Überführung in das Landeskirchliche Archiv und übernimmt die Kosten für den Transport. Die Verwaltung erfolgt im Auftrag des Kirchenbezirks bzw. der Kirchengemeinde; Eigentumsrechte bleiben unangetastet.

    Die Verwaltung durch das Landeskirchliche Archiv betrifft sämtliche bis 1966 in den Dekanaten und Pfarrämtern angefallenen Unterlagen (Schriftgut und sonstige Informationsträger, Karten, Pläne, Bilder und Tonträger sowie maschinenlesbar gespeicherte Informationen und Programme) mit Ausnahme der Kirchenbücher. Diese sollten, sofern die Kirchengemeinde die Übernahme nicht ausdrücklich wünscht oder die Unterbringung vor Ort dem entgegensteht, aus praktischen Gründen bei den Kirchengemeinden verbleiben. Von der Übernahme ausgeschlossen sind ferner alle Unterlagen (auch vor 1966), die zur Erfüllung der laufenden Aufgaben der kirchlichen Verwaltung noch benötigt werden.

     


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    Das Landeskirchliche Archiv wird das ihm übergebene Schriftgut entsprechend den Bestimmungen der Archivordnung verwalten. Es wird die ihm übergebenen Unterlagen, sobald sich Zeit findet, ordnen, und ein Verzeichnis darüber erstellen. Von diesem werden den Kirchenbezirken bzw. Kirchengemeinden drei Exemplare überlassen. Das Landeskirchliche Archiv trägt dafür Sorge, daß dienstlich benötigte Unterla-gen den Eigentümern auf schriftliche Anforderung kostenlos zur Einsichtnahme vor Ort überlassen werden, solange sie dort benötigt werden. Es berät bei historischen Ausstellungen und gewährleistet die Benutzung durch Dritte entsprechend der Archivordnung.

    Auf die Einhaltung der Bestimmungen der Archivordnung sind die Dekanat-  und Pfarrämter auch dann verpflichtet, wenn sie ihre Archive weiterhin vor Ort verwalten wollen.

     

     

    Dr. Daur
    Oberkirchenrat

    Anlagen
    Mehrfertigungen für die Pfarrämter