Rechtsgrundlagen für die Benutzung

Für die Evangelische Landeskirche in Württemberg sind bei der Auskunft und Benutzung von Kirchenbüchern folgende Rechtsgrundlagen zu beachten:

- Archivordnung für die Evangelische Landeskirche in Württemberg vom 14. Februar 1989 (Abl.  53 Nr. 20,  10, 15)
- Verordnung des Oberkirchenrats über die Gebühren für die Benutzung kirchlicher Archive vom 15. Dezember 1998 (Abl. 58 Nr. 13) mit Änderung vom 30. Juni 2000 (Abl.  59 Nr. 6, Artikel 14)
- Kirchengesetz über den Datenschutz der Evangelischen Kirche in Deutschland (DSG-EKD) vom 12. November 1993 (GVOBl. 1994, S. 35)
- Kirchenregisterverordnung des Oberkirchenrats vom 27. August 1991 (Abl. 54 S. 545) mit Änderung vom 2. Mai 1995 (Abl. 56 S. 373)

Für die staatlichen Personenstandsbeurkundungen muss beachtet werden: Personenstandsgesetz (PstG) in der Bekanntmachung vom 8. August 1957, zuletzt geändert durch das Gesetz zur Neuregelung des internationalen Privatrechts vom 25. Juli 1986.

 


Benutzung von Kirchenbüchern aus der Zeit vor 1876


Die vor Inkrafttreten des Reichspersonenstandsgesetzes (1876) geführten Kirchenbücher sind öffentlich-rechtliche Urkunden. Aus konservatorischen Gründen hat die Einsichtnahme über die im Landeskirchlichen Archiv verwahrten Mikrofilme durch den Interessenten oder eine von ihm beauftragte Person zu erfolgen. Rückvergrößerungen von den im Landeskirchlichen Archiv verwahrten Sicherungsfilmen sind möglich. Hierbei fallen jedoch Gebühren an.

Das Landeskirchliche Archiv bzw. die Kirchenbuch führenden Stellen sind nicht verpflichtet, aus den Kirchenbüchern vor 1876 für familienkundliche Zwecke Stammbäume zu erstellen. Aus personellen Gründen können auch schriftliche Auskünfte, die eine beträchtliche Arbeitszeit erfordern, nicht erteilt bzw. wiederholte Anfragen innerhalb eines kürzeren Zeitraums nicht bearbeitet werden. Das Landeskirchliche Archiv ist jedoch bemüht, Anfragen vertretbaren Umfangs schnellstmöglich zu bearbeiten, sofern die Person oder das Geschehen, worüber eine Auskunft erbeten wird, so genau bezeichnet ist, dass das Auffinden in den Kirchenbüchern ohne großen Zeitaufwand möglich ist.

 

 

Benutzung von Kirchenbüchern aus der Zeit nach 1876


Mit dem Reichspersonenstandsgesetz erlischt ab dem 1. Januar 1876 die Bedeutung des Kirchenbuchs als amtliches Register der Personenstandsfälle. Die Eintragungen in den Kirchenbüchern beurkunden ab dem Zeitpunkt nur noch die geistlichen Amtshandlungen.

 


Amtshandlungsverzeichnisse


Die bisherigen Ausführungen gelten nur für historische Kirchenbücher. Die Benutzung aus den aktuellen Amtshandlungsverzeichnissen, den Nachfolgern der historischen Kirchenbücher, ist durch das Kirchenregistergesetz vom 8. März 1991 und die Kirchenregisterverordnung in der Fassung vom 2. Mai 1995 geregelt. Auskunftberechtigt sind Personen, auf die sich der Eintrag bezieht, bzw. deren gesetzlicher Vertreter, Behörden und kirchliche Dienststellen im Rahmen ihrer Zuständigkeit sowie andere Personen, wenn sie ein rechtliches Interesse glaubhaft machen.