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Familienforschung

Einstieg in die Familienforschung

Familienforschung geht in der Regel von einer in der Gegenwart lebenden Person aus. Von dieser Person werden die Eltern, Großeltern, Urgroßeltern usw. ermittelt. Hierfür können in der Regel private Unterlagen (Familienstammbuch, Ahnenpass usw.) herangezogen werden. Daten aus der Zeit zwischen 1876 und der Gegenwart sind bei den zuständigen Standesämtern zu erheben, die seit dem 1.1.1876 mit der Beurkundung des Personenstands beauftragt sind. Für die Zeit vor 1876 sind die Kirchenbücher die maßgeblichen Quellen der Familienforschung.

Für eine weiterführende Recherche ist die Kenntnis des Ortes, an dem die gesuchten Personen gelebt haben, unerlässlich. Ein ortsübergreifender Namensindex für Württemberg oder gar Deutschland existiert nicht. Für einige Gemeinden gibt es Kirchenbuchverkartungen oder Ortsfamilienbücher, in denen die ortsansässigen Familien meist in alphabetischer Anordnung maschinenschriftlich erfasst sind.


Kirchenbücher

Unter Kirchenbücher versteht man Tauf-, Ehe- und Totenregister, die in den jeweiligen Pfarreien angelegt wurden und in denen Taufen, Eheschließungen und Beer­digungen verzeichnet sind. In manchen Orten beginnen diese Register bereits schon im 16. Jahrhundert, häufig jedoch erst nach dem 30-jährigen Krieg. In Württemberg wurden ab 1808 Familienregister angelegt. In diesen sind auf einem Familienblatt immer drei Generationen erfasst. Diese Familienregister sind in der Regel alphabetisch nach Familiennamen angelegt oder auch per Index erschlossen. Die dort zu findenden Daten reichen oft bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die Familienregister bieten sich daher für einen Einstieg in die Forschung an.

Einsicht in die Kirchenbücher

Sämtliche älteren Kirchenbücher der Evangelischen Landeskirche in Württemberg bis zum Stichjahr 1875 wurden sicherungsverfilmt, um die Originale zu schützen. Das Landeskirchliche Archiv stellt die Kirchenbuchverfilmungen Interessenten für ihre Forschungen zur Verfügung. Somit wurde im Landeskirchlichen Archiv eine zentrale Anlaufstelle für Familienforscher geschaffen. Ein Verzeichnis der vorhandenen Kirchenbuchmikrofilme ist über die Kirchenbuchdatenbank auf der Internetseite des Landeskirchlichen Archivs abrufbar.

Die auf den Mikrofilmen erfassten Kirchenbücher liegen in handschriftlicher Form vor. Es ist also Erfah­rung im Lesen „alter Schriften“ notwendig, da es uns aus personellen Gründen nicht möglich ist, Lesehilfe anzubieten. Leider sind die Kirchenbücher oftmals in einem schlechten Erhaltungszustand, wodurch die Lesbarkeit stark beeinträchtigt sein kann.

Zu beachten ist, dass für den Bereich der Evangelischen Landeskirche in Baden das Landeskirchliche Archiv in Karlsruhe zuständig ist, für die katholische Diözese Rottenburg-Stuttgart das Diözesanarchiv in Rottenburg, für die katholische Erzdiözese Freiburg das Erzbischöfliche Archiv Freiburg.

Benutzung im Archiv

Die Mikrofilme der Kirchenbücher können im Lesesaal des Archivs an Lesegeräten eingesehen werden. Wegen des großen Andrangs ist jedoch telefonische Voranmeldung unter Tel. 0711/2149-373 zwingend erforderlich.

Ergänzend steht im Lesesaal genealogische, heimatkundliche und allgemeingeschichtliche Literatur zur Verfügung (Ortsfamilienbücher, Ortsgeschichten, Familienbücher, Ahnentafeln, Lexika u.a.).

Ausleihe der Kirchenbuchfilme

Interessenten, die nicht nach Stuttgart kommen können, haben die Möglichkeit, die benötigten Mikrofilme für 14 Tage auszuleihen. Die Zusendung von Mikrofilmen ist nur nach schriftlicher Bestellung möglich. Hierzu sollte vorab die Möglichkeit der Benutzung eines Mikrofilmlesegeräts (für 35 mm-Rollenfilme) vor Ort (beispielsweise Stadtarchiv oder grö­ßere Bibliothek) gesichert sein.

Anfragen an das Archiv

Das Landeskirchliche Archiv beant­wortet nur genealogi­sche Anfragen, die schriftlich (E-Mail/Post) einge­reicht werden. Die Bearbeitung von Anfragen ist grundsätzlich gebührenpflichtig und auf maximal eine Stunde begrenzt. Aufgrund der hohen Nachfrage muss mit einer Bearbeitungszeit von mindestens drei bis vier Wochen gerechnet werden.

Das Archiv erteilt Auskünfte aus den Familien-, Tauf-, Ehe- und Totenregister und fertigt die dazugehörigen Kopien der Registereinträge bis einschließlich 1875. Hierfür benötigen wir neben der Orts- und Datumsangabe zwingend Angaben, die eine Person eindeutig identifizieren.

Das Archiv ist nicht in der Lage, umfangreiche Nachforschungen durchzuführen,  Stammbäume oder Transkriptionen (Abschriften) zu erstellen.

Gerne können wir Ihnen einen professionellen Genealogen vermitteln, der in Ihrem Auftrag Forschungen durchführt.

Gebühren

Für die Benutzung der Lesegeräte werden folgende Gebühren erhoben:

- bis zu 1/2 Tag Euro 5,-

- bis zu 1 Tag Euro 8,-

Für die Anfertigung von Papierkopien, die mit einem Teil der vorhandenen Geräte direkt vom Film möglich ist, wird ein Unkostenbeitrag von Euro 0,80 je Stück erhoben.


Die Kosten für die Versendung (inkl. Ausleihgebühr) von je zwei Mikrofil­men betragen derzeit ca. 16,- Euro.

Für die Bearbeitung von schriftlichen Anfragen wird eine Gebühr von 8,- Euro pro angefangene Viertelstunde Rechercheaufwand berechnet.

Was kann das Archiv tun?

Das Landeskirchliche Archiv beantwortet selbstverständlich genealogische Anfragen, die schriftlich eingereicht werden. Die Bearbeitung von solchen Anfragen ist grundsätzlich gebührenpflichtig. Für die Inanspruchnahme einer Archivkraft werden je angefangene Viertelstunde Euro 8,- berechnet. Es werden vom Archiv auf Wunsch auch Ablichtungen einzelner Eintragungen aus den Kirchenbüchern angefertigt, wenn die notwendigen Orts-, Namens- und Datumsangaben vorliegen.
Bitte beachten Sie jedoch, dass das Landeskirchliche Archiv aus personellen Gründen weder in der Lage ist, umfangreiche Forschungen durchzuführen noch Stammbäume oder Transkriptionen (Abschriften) zu erstellen.