Aktuelles

EIN LETZTER LUTHER

Lutherteller 1817 Motive: Schwan, Christus und Apostel Museale Sammlung im Landeskirchlichen Archiv (Depositum)

Martin Luther war 2017 unbestritten die zentrale Figur des Reformationsjubiläums. Eine markante Persönlichkeit wie er übt eine weit größere Faszinationskraft aus, als der abstrakte Begriff der Reformation. Noch nie wurde ein Theologe in den Medien so durchleuchtet, seine Licht- und Schattenseiten beurteilt und im Zuge dessen, die Relevanz der Reformation für die Gesellschaft abgewogen.

Schon bei den Reformationsjubiläen früherer Jahrhunderte war Luther zur Marke stilisiert worden. Er zierte Münzen und Medaillen, erschien als Standbild auf öffentlichen Plätzen, sein Lebenslauf wurde in Gottesdiensten verlesen und in Bilderserien verbreitet.

Mit seinem Porträt auf dem Schmuckteller von 1817 verabschiedet sich der Medien-Luther zum Ende des Jubiläumsjahres.
Er darf sich jetzt eine Weile ausruhen und die Arbeit anderen überlassen.

 

 

RÜCKBLICK AUF VERANSTALTUNGEN VON ARCHIV UND ZENTRALBIBLIOTHEK ZUM REFORMATIONSJUBILÄUM 2017

1. Vortragsreihe

Reformation in Württemberg von September 2016 bis Juli 2017 im Hospitalhof Stuttgart Eine Kooperation mit Hospitalhof  Stuttgart, Universität Stuttgart (Landesgeschichte), Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein(50 - 100 Besucherinnen und Besucher pro Vortrag)

2. Jubiläumsausstellung

Luther kommt nach Württemberg. Berührungen, Wirkungen und Bilder   
7. April - 9. Juni in der Schlosskirche Stuttgart
(12 000 Besucherinnen und Besucher)
10. September – 19. November im Museum im Klosterhof in Lauffen a. N.
(3 000 Besucherinnen und Besucher)

3. Jahrestagung des Vereins für württembergische Kirchengeschichte


Erinnerungskulturen, Reformations- und Lutherfeiern
6. Oktober im Lesesaal von Archiv und Zentralbibliothek

4. Kleinere Ausstellungen im Lesesaal von Archiv und Zentralbibliothek

zum Thema Reformation und Luther, das ganze Jahr über

 

5. Beteiligung bei der Weltausstellung Reformation in Wittenberg,

20. Mai bis 10. September in der Halle „Württemberg in Wittenberg“

Ausstellungen aus unserem Haus
Württemberg wird evangelisch zierte die Außenmauer der Württemberger Halle während der gesamten vier Monate
Mitmenschen. Geschichte der Diakonie in Württemberg (Mai)
Unterwegs zu den anderen. Die Basler Mission und Württemberg (August-September)
Die Ausstellung wird im Haus der Geschichte in Wittenberg noch bis März 2018 ausgestellt.

6. Unsere Wanderausstellungen für Kirchengemeinden,

die sich mit dem Thema Reformation
beschäftigen, wurden rege in Anspruch genommen. Insgesamt gab es 29 Ausleihen.
Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten
Württemberg wird evangelisch
Eine Bibel für Württemberg

7. Auch gab es zahlreiche Ausleihen von Ausstellungsexponaten

aus Archiv, Bibliothek und Musealer Sammlung für Ausstellungsprojekte zur Reformation von Museen und Archiven in der Region. 

 

 

 

Ausstellung „Luther kommt nach Württemberg“ jetzt in Lauffen am Neckar

Die Ausstellung „Luther kommt nach Württemberg. Berührungen, Wirkungen und Bilder" wurde am Sonntag, 10. September im Museum im Klosterhof in Lauffen am Neckar eröffnet.

Die vom Landeskirchlichen Archiv Stuttgart konzipierte Ausstellung war im Frühjahr bereits in der Stuttgarter Schlosskirche zu sehen, wo sie mit rund 12 000 Besucherinnen und Besuchern einen großen Erfolg verbuchen konnte.

Dass die Schau nun nach Lauffen am Neckar weiterzieht ist nicht ohne geschichtlichen Bezug: Im Mai 1534 kehrte Herzog Ulrich nach der Schlacht bei Lauffen mit Hilfe des hessischen Landgrafen Philipp wieder nach Württemberg zurück. Am 16. Mai 1534 wurde in der Stuttgarter Stiftskirche der erste öffentliche evangelische Gottesdienst gefeiert. Diese beiden Ereignisse markieren den Beginn der Reformation in Württemberg.

Dauer: 11. September bis 19. November

Öffnungszeiten: Samstag & Sonntag sowie am 31.10. (Reformationstag) 14-17 Uhr

Führungen: nach Voranmeldung (30.- €)

Kontakt: E-Mail: infodontospamme@gowaway.lauffen-a-n.de; Tel.: 07133/12222 (Museum) und 07133/20777-0 (Touristinfo im Bürgerbüro)

Infos: www.lauffen.de

Begleitbuch: 8.- €, zu kaufen in der Ausstellung oder unter archivdontospamme@gowaway.elk-wue.de

Bilder zum Download unter: www.lutherkommt-ausstellung.de 

 

Lernen Sie das Kirchenbuchportal Archion kostenlos in unserem Archiv kennen!

Ab sofort steht unseren Nutzern im Foyer unseres Hauses ein PC zur Verfügung mit dem Sie kostenlos das Kirchenbuchportal Archion kennenlernen können. Archion wurde vor zwei Jahren im Mai 2015 gegründet und bietet Digitalisate unserer Kirchenbücher gebührenpflichtig zum Betrachten (mit Downloadoptionen) an. Insgesamt stehen dort die Kirchenbücher von elf evangelischen Landeskirchen dem Nutzer zur Verfügung. Für den Familienforscher entwickelt sich die Recherche über das Internet immer mehr zum Standard. Bequem kann so von zuhause aus an jedem Tag der Woche, zu jeder Tages- und Nachtzeit geforscht werden. Nutzen Sie gerne unser Angebot und lernen Sie bei uns das Kirchenbuchportal und seine Möglichkeiten kennen.

 

 

Eröffnung der Ausstellung Luther kommt nach Württemberg in der Stuttgarter Schlosskirche

In der vollbesetzten Schlosskirche wurde am Freitag, den 7. April die Ausstellung durch Landesbischof Dr. h.c. Otfrid July eröffnet. Ein Grußwort sprach die Landtagspräsidentin Muhterem Aras, die in ihrer Rede besonders auf die Verdienste der Reformation für die Emanzipation der Frau, wie auch auf die Rolle der Frauen innerhalb der reformatorischen Bewegung im 16. Jahrhundert einging. Andrea Kittel und Dr. Wolfgang Schöllkopf, die für die Konzeption der Ausstellung verantwortlich sind, gaben eine thematische Einführung. Der anschließende Stehempfang im Schlosshof in schöner frühlingshafter Vorabendstimmung bot Gelegenheit sich über die ersten Eindrücke der Ausstellung auszutauschen. Die Ausstellung stößt nun in den ersten Tagen bereits auf gute Resonanz. Am Ostersonntag wurden 400 Besucher gezählt.

Einige Impressionen vom Aufbau unserer Ausstellung "Luther kommt nach Württemberg. Berührungen, Wirkungen und Bilder"

Die Ausstellung ist vom 8. April bis zum 10. Juni in der Schlosskirche Stuttgart (Eingang über den Innenhof des Alten Schlosses), jeweils Dienstags bis Samstags von 14-18 Uhr zu sehen (Karfreitag geschlossen). Führungen für Gruppen können vereinbart werden. www.lutherkommt-ausstellung.de

Trailer zu den fünf großen landeskirchlichen Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum

Das Reformationsjubiläum wird mit fünf großen landeskirchlichen Veranstaltungen gewürdigt: "Württemberg in Wittenberg", Das Festival, "Freiheit, die weht und klingt", und nicht zuletzt auch die in unserem Hause konzipierte Ausstellung "Luther kommt nach Württemberg", die jetzt in der Stuttgarter Schlosskirche gezeigt wird und deren Besuch wir Ihnen natürlich ganz besonders ans Herz legen... Lassen Sie sich von dem Clip überraschen. Mit Luther-Zitaten wird dort auf die jeweiligen Veranstaltungen hingewiesen. 

Reformationsgeschichte Württembergs in Porträts

Anlässlich des Reformationsjubiläums wurde bei Württembergische Kirchengeschichte Online das schon lange vergriffene Werk "Reformationsgeschichte in Porträts", das im Jahr 1999 unter der Herausgeberschaft von Professor Siegfried Hermle beim renommierten Hänssler Verlag erschienen war online frei zugänglich gestellt. Matthäus Alber, Konrad Sam, Johannes Brenz, Johann Lachmann, Martin Frecht, Jakob Otter, Erhard Schnepf, Ambrosius Blarer und andere bedeutende Protagonisten des Reformationsgeschehens im heutigen Württemberg werden wissenschaftlich fundiert von Fachautoren vorgestellt.

 

 

Neuerscheinung "Andenken aus dem Heiligen Land"

Als Band 19 der Kleinen Schriftenreihe des Vereins für Württembergische Kirchengeschichte ist von Jakob Eisler und Annette Schwarz-Scheuls der Band Andenken aus dem Heiligen Land. Pilgersouvenirs aus protestantischer Produktion erschienen. Mit dem aufkommenden Tourismus im Heiligen Land ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden dort vermehrt auch Andenken angeboten, etwa in der Handlung der Spittlerschen Pilgermission oder im Geschäft des zum Christentum konvertierten Juden Moses Wilhelm Schapira in Jerusalem. Ab den 1870er Jahren wurden solche Gegenstände auch vom Syrischen Waisenhaus hergestellt. Aus Olivenholz, aus Perlmutt, aus Messing, Kupfer, Mosesstein wurde eine beeindruckende Vielfalt von Produkten angeboten. Das Buch beinhaltet Texte zur Geschichte der Pilgersouvenirs und dokumentiert diese einzigartig durch zahlreiche Fotografien. Das Buch hat 118 Seiten und 248 farbige Abbildungen und kann für 10,00 Euro (Vereinsmitglieder 7,50 Euro) bestellt werden bei ute.rappdontospamme@gowaway.elk-wue.de

 

 

Reise von Bischöfen und Vorstand des Jerusalemsverein in Jerusalem November 2016

Unser Mitarbeiter Dr. Jakob Eisler hatte im November 2016 die große Ehre den Jerusalemsvereinvorstand und Bischöfe der EKD auf ihrer Reise durch Israel fachkundig zu begleiten. Anbei einige Eindrücke von der Reise.

 

 

Bischof a.D. Johannes Friedrich der Bayrischen Landeskirche mit Jakob Eisler in Jerusalem

Übergabe der neuen Lutherbibeledition von Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit der Nordkirche an Dr. Jakob Eisler am Gelände des Syrischen Waisenhauses - Jerusalem

Vorstand des Jerusalemsvereins auf dem deutschen württembergischen Templerfriedhof in Jerusalem.

Ausstellungseröffnung am 10. November

Auf rege Resonanz stieß die Eröffnung der Ausstellung zum 110-jährigen Jubiläum des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission und dem hundertjährigen Jubiläum des Paul-Lechler-Krankenhauses. Etwa 50 Gäste waren anwesend. Herr Dr. Haag, der Leiter des Landeskirchlichen Archivs wies auf die Bedeutung des mit großzügiger Unterstützung der Paul-Lechler-Stiftung erschlossenen Bestandes hin. Frau Dr. Schneider, die Direktorin des Difäm, betonte die günstigen Umstände, die zu dem nun vollendeten archivischen Projekt geführt haben. Herr Walter Lechler, der Vorsitzende des Stiftungsrats der Paul-Lechler-Stiftung gab in seiner Ansprache Einblicke in die damalige entschlossene und erfolgreiche Gründung des Difäm vor 110 Jahren. Danach refierierte Dr. Jakob Eisler, der im Landeskirchlichen Archiv gemeinsam mit Frau Dr. Siglind Ehinger die Erschließung durchgeführt hatte, über die frühe Phase der Difäm. Dr. Eisler zeigte historische Filmaufnahmen zur Arbeit der Ärzte des Instituts in Palästina von 1927. Danach bot sich die Gelegenheit zum Durchgang durch die Ausstellung und zum anregenden Gespräch beim Büffet im Foyer.

Es ist eine Publikation zur Ausstellung erschienen, die für 5 Euro bei ute.rappdontospamme@gowaway.elk-wue.de erworben werden kann. 

Ausstellung zum 110-jährigen Jubiläum des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission und dem hundertjährigen Jubiläum des Paul-Lechler-Krankenhauses

Historische Aufnahme mit dem Deutschen Institut für ärztliche Mission im Vordergrund, links daneben das Schwesternwohnheim, auf dem Berg das Paul-Lechler-Krankenhaus (ehemalige Tropenklinik). Quelle: Landeskirchliches Archiv, Difäm-Archiv

Das Landeskirchliche Archiv Stuttgart übernahm 2011 den Gesamtbestand des Deutschen Institutes für Ärztliche Mission (Difäm) in Tübingen. Archivalien und Bibliotheksgut sind nun mit Findmitteln erschlossen und somit für die Forschung nutzbar.

Dies fällt mit dem hundertjährigen Jubiläum der Tropenklinik zusammen, was zum Anlass genommen wurde, die Geschichte des Difäms und der Tropenklinik Paul-Lechler in Tübingen mit einer Ausstellung zu würdigen.

Die Ausstellung wurde von Dr. Jakob Eisler und Dr. Siglind Ehinger konzipiert und wird an den geöffneten Tagen (jeweils von Montags bis Donnerstags) vom 14. November bis 15. Dezember im Lesesaal des Landeskirchlichen Archivs und der Landeskirchlichen Zentralbibliothek gezeigt werden.

Der Verein, Träger der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus gGmbH in Tübingen, stärkt kirchliche Gesundheits-dienste durch Aufbau und Ausstattung von Gesundheitseinrichtungen mit lebenswichtigen Medikamenten und medizinischen Geräten, Verbesserung der Medikamentenversorgung und der Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal im Gesundheitsbereich.

Die Ausstellung skizziert Vorgängerinstitutionen, Geschichte und Entwicklung des Difäms und der Tropenklinik.

Zur Ausstellung ist eine kleine Broschüre mit mehreren Bildern erschienen, die im Landeskirchlichen Archiv, Stuttgart erworben werden kann.

 

 

 

Hinweis auf eine Ausstellung über Heimerziehung im Staatsarchiv Ludwigsburg

Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Fotosammlung, U 180 Kindergruppe beim Spielen im Heim in Mistlau in Kirchberg an der Jagst um 1950

Im Staatsarchiv Ludwigsburg wird vom 20.9. bis zum 23.11. die Wanderausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg "Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949-1975" gezeigt. Ein großer Teil des dort gezeigten Bildmaterials stammt aus unseren Beständen.

Unsere Mitarbeiterin Inga Bing-von Häfen hat sich in den vergangenen Jahren wissenschaftlich immer wieder mit dieser Thematik befasst. Sie ist auch zuständig für die Diakonischen Archive hier im Hause. Anlässlich der Ausstellungseröffnung in Ludwigsburg wird sie dort am 20.9. um 19.00 einen Vortrag über die Heimerziehung im Deutschen Südwesten nach 1945 halten. Der Titel lautet: "Kindheit unter Kontrolle - Heimerziehung in Württemberg zwischen Bewahren und Verändern". Anmeldung ist nicht nötig. Interessierte sind herzlich willkommen. Eintritt ist frei.  

 

 

VORTRAGSREIHE „REFORMATION IN WÜRTTEMBERG“

Ort:         Hospitalhof Stuttgart
jeweils dienstags um 19.00 Uhr

2016        
4. Oktober    Prof. Dr. Peter Rückert    
Württemberg um 1500            
8. November    Dr. Gudrun Litz    
Reichsstadt und Reformation    
6. Dezember    Prof. Dr. Michael Basse         
Die Reformation in der ländlichen Gesellschaft und der Krieg der Bauern (1525)    

2017
10. Januar    Prof. Dr. Volker Honemann
Die Reformation als Medienereignis            
7. Februar    PD Dr. Norbert Haag
Württembergs Herzöge im Reformationszeitalter
7. März    Dr. Susanne Schenk
Neben Luther: Persönlichkeiten der südwestdeutschen Reformationsgeschichte            
4. April    Dr. Petra Pechacek    
Klöster in der württembergischen Reformation        
2. Mai        Dr. Hans-Martin Kaulbach
Reformation im Bild                
6. Juni    Prof. Dr. Sabine Holtz
Die Reformation im Alltag: Geschlechterbeziehungen und Familienbild                
4. Juli      Dr. Christian Hermann
Reformation und Bibel in Württemberg
        
Veranstalter: Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Hospitalhof  Stuttgart, Verein für württembergische Kirchengeschichte, Universität Stuttgart (Landesgeschichte), Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein

 

 

Neuauflage der Kirchenbuchbroschüre

Da die erste Auflage der Kirchenbuchbroschüre inzwischen zur Neige ging, wurde nun eine erneuerte und verbesserte Auflage in Druck gegeben. Die Neuauflage ist ab sofort erhältlich. Sie wurde aktualisiert und durch einen Beitrag zu dem Kirchenbuchportal Archion ergänzt und wird eine gute Arbeitshilfe sein, auch für die Nutzung der württembergischen Kirchenbücher über das Internet. Die Arbeitshilfe widmet sich folgenden Themen: Geschichte der evangelischen Kirchenbücher in Württemberg - Aufbau und Struktur der Kirchenbücher - beispielhafte Transkriptionen von Seiten aus Kirchenbüchern (Taufregister aus dem 18. und 19. Jh., Eheregister aus dem 16., 18.  und 19. Jh., Totenregister aus dem 18. und 19. Jh., Familienregister), Genealogische Grundbegriffe, Hinweise zur Familienforschung, Hinweise zur Nutzung von Kirchenbüchern, Kirchenbuchportal Archion, Literaturhinweise, typische Abkürzungen und Begriffe aus historischen Kirchenbüchern, Schrifttafel Deutsche Schrift.

Evangelische Kirchenbücher in Württemberg. Eine Arbeitshilfe für die historische und familiengeschichtliche Forschung. Herausgegeben von Michael Bing und Andreas Butz, Kleine Schriften des Vereins für württembergische Kirchengeschichte Nr. 3, Stuttgart 2016 (2. erneuerte und verbesserte Auflage)

Die 35-seitige mehrfarbige Broschüre kann für 5 Euro bestellt werden (ute.rappdontospamme@gowaway.elk-wue.de).   

 

 

Teilnahme am Kolloquium zur Somme-Schlacht in Frankreich

Das Landeskirchliche Archiv beteiligte sich mit seiner Mitarbeiterin Frau Dr. Anette Pelizaeus an dem Kolloquium  „La Bataille de la Somme dans lex pays anglophones et germanophones“, das vom 6. bis zum 9. Juni 2016 in Amiens stattfand. Die Veranstaltung, die vielschichtig die Blickwinkel auf die Somme-Schlacht der beiden hauptsächlich beteiligten damaligen Kriegsgegner England und Deutschland beleuchtete fand unter Mitwirkung von internationalen Wissenschaftlern statt. Frau Dr. Pelizaeus führte in die unter Mitwirkung unseres Archivs entstandene Ausstellung von Feldpostbriefen aus dem Pfarrarchiv Schornbach ein. Es handelt sich um Briefe mit Bezug auf die Ereignisse an der Somme im Jahr 1916.

Rückblick auf den Tag der offenen Tür am 8. März 2016

Rund 150 Personen kamen am Samstag, 5. März 2016 zum Tag der offenen Tür in die Räumlichkeiten von Archiv und Zentralbibliothek –  darunter viele Kinder, die das speziell für sie vorbereitete Angebot begeistert annahmen. 

Der Tag stand unter dem Motto Auswanderung, Flucht, Neubeginn. Familiengeschichte und Mobilität, anknüpfend an das Thema des an diesem Wochenende bundesweit stattfindenden Tag der Archive.

Insgesamt fanden 10 Führungen durch das Haus und die Magazine statt, bei denen die Besucherinnen und Besucher Bestände und Arbeit von Archiv und Bibliothek kennenlernen konnten. Darüber hinaus konnten sie sich beim Entziffern von alten Handschriften helfen lassen oder an einer Lesung aus Tagebüchern einer Auswandererfamilie teilnehmen. Ein Büchertisch zeigte Literatur zu Auswanderung gestern und heute. 

Wer an Familienforschung interessiert war, erhielt ausführliche Informationen zum neuen Kirchenbuchportal Archion (www.archion.de), das Kirchenbücher online präsentiert. Die Besucher konnten das Portal selbst ausprobieren und bekamen ihre Funde digital mit nach Hause. 

Im Lesesaal war die Ausstellung  Hilfe zum Heim finden. Evangelische Flüchtlingshilfe nach 1945 zu sehen.  Die Bilder von provisorischen Lagern und Berichte über Integrationsmaßnahmen für die Flüchtlinge in der Nachkriegsazeit führten schnell zu angeregten Diskussionen über Problemlage und Weltverantwortung heute. 

Mit der Situation von Flüchtlingskindern damals und heute konnten sich die anwesenden Kinder im Rahmen der Ausstellung in einem Quiz befassen. Im Anschluss durften sie einen kleinen Rucksack packen mit der Frage „Was würdest du mitnehmen, wenn du schnell deine Heimat verlassen müsstest?“.  Die Auswahl unter den vielen bereitgestellten Dingen fiel natürlich schwer. Der Stoffhund? Die Federballschläger? Oder lieber doch das Erste-Hilfe-Set und die Taschenlampe?

Großer Andrang war auch beim Basteln von Lesezeichen und dem Erstellen von Familienstammbäumen für Kinder.  

Die gute Resonanz hat die Mitwirkenden von Archiv und Zentralbibliothek motiviert, regelmäßig einen Tag der offenen Tür zu veranstalten, um das vielfältige Dienstleistungsangebot zu präsentieren.

Unser Mitarbeiter Michael Bing bei der Fernsehsendung Kaffee oder Tee zum Thema Ahnenforschung

Am 13. Januar war in der TV-Sendung Kaffee oder Tee im SWR die Ahnenforschung eines der Themen. Der Moderator Martin Seidler hatte als Gast Herrn Michael Bing ins Studio nach Baden Baden eingeladen, der bei uns im Hause als Archivar tätig ist und der in unserem Archiv für interessierte Nutzer auch regelmäßig Seminare zur Ahnenforschung anbietet (unter unseren Veranstaltungen finden Sie die Termine). Herr Bing wurde unter anderem zu den württembergischen Vorfahren des derzeitigen US-Präsidenten Barrack Obama gefragt und konnte dazu den Fernsehzuschauern Erhellendes mitteilen. 

Die Online-Präsentation unserer Kirchenbücher über das Kirchenbuchportal Archion (Stand vom 30.11.2015)

 

Am 20. März diesen Jahres ging Archion in den Livebetrieb. Geplant wurde das Kirchenbuchportal vom Verband kirchlicher Archive in der EKD. Die evangelischen Landeskirchen in Anhalt, Baden, Bayern, Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Hannover, Hessen und Nassau, Kurhessen-Waldeck, Nordkirche, Pfalz, Westfalen und Württemberg beteiligen sich derzeit daran. Weitere Landeskirchen werden folgen, außerdem auch verschiedene Landes- und Stadtarchive. Auch für die katholischen Diözesanarchive ist das Portal offen. Die Nutzung des Portals ist gebührenpflichtig, um zumindest einen Teil der entstehenden Kosten zu refinanzieren. Archion hat jetzt schon über vier Millionen Digitalisate online. Kontinuierlich werden weitere Kirchenbücher auf das Portal aufgespielt.

Von den evangelischen württembergischen Kirchenbüchern sind vor allem diejenigen der Kirchenbezirke Balingen, Besigheim, Böblingen, Brackenheim, Leonberg, Münsingen,  Tübingen, Tuttlingen und Ulm so gut wie flächendeckend einsehbar. Die Digitalisate der Kirchenbezirke von Aalen, Balingen, Biberach, Blaufelden, Böblingen, Heidenheim, Herrenberg, Kirchheim, Künzelsau, Leonberg, Ludwigsburg, Marbach, Mühlacker, Münsingen, Öhringen, Schwäbisch Grmünd, Schwäbisch Hall, Waiblingen, Weinsberg, Ulm und wurden ebenfalls bereits an Archion übergeben. Allerdings braucht das Aufspielen auch Zeit, zumal ja von allen Landeskirchen Digitalisate sukzessive eingestellt werden und davor noch ein weiterer Verarbeitungsschritt erfolgt. Die Durchführung der Digitalisierung der württembergischen Kirchenbücher ist gegenwärtig nahe am Abschluss. Die Digitalisate der Kirchenbezirke Bad Urach, Bernhausen, Calw, Crailsheim, Esslingen, Freudenstadt, Gaildorf, Geislingen, Göppingen, Heilbronn, Neuenbürg, Nürtingen, Reutlingen, Schorndorf, Stuttgart, Sulz, Tuttlingen, Vaihingen und die in Stuttgart verwahrten Kirchenbücher von ehemaligen auslandsdeutschen Gemeinden in Serbien (Donauschwaben) und Slowakei werden derzeit noch bearbeitet und überprüft. Noch im Laufe des Jahres 2016 ist mit der vollständigen Präsentation dieser Quelle auf dem Kirchenbuchportal zu rechnen.

Manchmal werden wir gefragt, warum die Kirchenbuchdigitalisate denn nicht schneller bereitgestellt werden. Diese Fragen sind verständlich, denn selbstverständlich warten die Familienforscher und -forscherinnen brennend darauf, ihre Vorfahren nun bequem am heimischen PC erforschen zu können! Dabei muss man jedoch bedenken, dass die Digitalisierungsdienstleister auch nicht zaubern können. Die Digitalisierung muss koordiniert und technisch durchgeführt werden. Mit dem Digitalisieren ist es auch nicht getan. Die Bilder müssen eindeutig benannt werden. Die Digitalisate müssen von uns in einem zweiten Schritt auf Vollständigkeit und Qualität geprüft werden. Außerdem erfolgt auch noch ein weiterer Überarbeitungsschritt in unserem Hause. Bevor die großen Datenmengen dann an Archion geliefert werden, müssen sie, um einen möglichen Verlust zu verhindern, nochmals an einen anderen Ort gespeichert werden.

Wir sind zuversichtlich, dass die historischen evangelischen württembergischen Kirchenbücher im Lauf des kommenden Jahres vollständig online einsehbar sein werden können, und wir freuen uns darauf. Diese bequeme Einsichtnahme in die Originalquellen mit den Lebenseckdaten zur Bevölkerung Württembergs seit 1558 bedeutet eine große Erleichterung für unsere Nutzer, die bislang auf den Zugriff über die Mikrofilme angewiesen waren, was bedingt durch Anreise und Terminvereinbarungen doch mit erheblichen Unannehmlichkeiten verbunden war.

 

 

 

Ausstellung zur Pilgermission St. Chrischona bei Basel

Fotograf: Wladyslaw, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Vom 18. November bis zum 6. Dezember 2015 wird in St. Chrischona bei Basel eine Ausstellung zum 175.Jubiläum der im Jahre 1846 gegründeten Pilgermission St. Chrischona bei Basel gezeigt. Die Ausstellung wurde vom Landeskirchlichen Archiv Stuttgart konzipiert und vom Verein für Württembergische Kirchengeschichte unterstützt. Nähere Informationen erhalten Sie hier. Und über diesen Link erhalten Sie einige Impressionen der Ausstellung, die am Tag der Eröffnung aufgenommen wurden.

Workshop zu Herzog Christophs Bilder-Bibel

Unsere Mitarbeiterin Dr. Anette Pelizaeus bietet am 19. November im Rahmen des Ökumenischen Forums Neuenbürg im Evangelischen Gemeindehaus am Schlossberg einen Workshop zur lutherischen Bilder-Bibel aus der Zeit Herzog Christophs von Württemberg (16. Jahrhundert) an. Mit dieser prächtig bebilderten Bibel widersetzte sich Württemberg dem eigentlich bilderfeindlichen Trend mancher Reformatoren. Näheres zu diesem Workshop finden Sie unter diesem link.

Ausstellung "Deutsche im Heiligen Land" in Schlitz (Hessen)

Unsere Ausstellung „Deutsche im Heiligen Land". Der deutsche christliche Beitrag zum Wiederaufbau des Heiligen Landes im 19. und 20. Jahrhundert wird vom 05. Sept. bis 31. Oktober 2015 in der Ev. Stadtkirche Schlitz (Vogelsberg) gezeigt. Am 5. September wird die Ausstellung feierlich mit einem Vortrag und einer Führung eröffnet, am 13. September folgt ein Vortrag mit Bildern "Israel - damals und heute", und am 19. September folgt noch ein Vortrag über den hessischen Beitrag zum kulturellen Wandel in Palästina. Näheres entnehmen Sie dem Programm

 

 

Württembergische Kirchengeschichte Online entdecken

Am 22. Juli 2015 wurde Württembergische Kirchengeschichte Online durch Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July in einem feierlichen Akt im Oberkirchenrat Stuttgart freigeschaltet. 

Wer hat den ersten Tierschutzverein Deutschlands gegründet? Weshalb wanderten fromme Schwaben nach Palästina aus? Wie waren Taufbriefe in früheren Zeiten gestaltet? Antworten auf Fragen dieser Art können künftig im Internet-Portal „Württembergische Kirchengeschichte Online“ unter www.wkgo.de recherchiert werden.

Es finden sich dort Informationen über die verschiedenen Epochen der evangelischen Kirchengeschichte im deutschen Südwesten sowie über Personen, Einrichtungen und Themen des kirchlichen Lebens. An vielen Stellen sind die Beiträge mit entsprechenden Archiv- und Bibliotheksbeständen verknüpft.

Das neue Internetangebot versteht sich als wachsendes Portal. Bislang werden Basisinformationen geboten, die laufend fortgeschrieben werden sollen. Beteiligen kann sich, wer fundierte Inhalte der regionalen Kirchengeschichte zur Verfügung stellen möchte.

Württembergische Kirchengeschichte Online ist ein von der Evangelischen Landeskirche gefördertes Projekt von Archiv und Zentralbibliothek sowie dem Verein für württembergische Kirchengeschichte.

5200 Besucher sahen die Ausstellung Deutsche im Heiligen Land in der Stuttgarter Leonhardskirche

Von der Möglichkeit, die 560 Exponate von 46 Leihgebern in Stuttgart zu sehen, machten 5200 Besucher Gebrauch. Die Schau dauerte vom 14. März bis 15. Mai. Das Begleitprogramm umfasste auch sechs gut besuchte Vorträge und zwei Filmvorführungen. Insgesamt 12 Führungen wurden durchgeführt. Wer den Termin in Stuttgart verpasst hat, oder sich noch keinen Ausstellungskatalog mitgenommen hatte, kann dies nachholen. Der Katalog ist für 5 Euro zuzüglich Versandkosten im Sekretariat des Landeskirchlichen Archivs zu bestellen, unter folgender mail-Adresse ute.rapp@elk-wue.de

Koffer – überall Koffer

Eröffnung der Ausstellung "Unterwegs zu den Anderen – 200 Jahre Basler Mission und Württemberg"

Im Foyer des Diakonie-Klinikums Stuttgart stehen seit der vergangenen Woche viele geöffnete Reisekoffer, daneben Vitrinen und Informationstafeln. Neunzehn solcher Reisegepäckstationen bilden das Rückgrat der Ausstellung, die am vergangenen Sonntag mit einem Festgottesdienst und anschließendem Empfang eröffnet wurde. Darin erzählen Menschen in Texten, Bildern und Filmen von ihrem persönlichen Ausschnitt der 200-jährigen Geschichte der Basler Mission – unter anderem ein Pioniermissionar, ein Kameruner Kunstschnitzer, eine Missionsbraut, ein interkulturelles Bibelübersetzerteam, eine Spendensammlerin und ein deutsch-afrikanisches Ehepaar.

Beat Hänggi, Vizepräsident der Basler Mission, blickt in seinem Grußwort auf die Anfänge zurück und fragt gemäß dem Ricola-Hustenbonbon-Werbeslogan: "Wer hat’s erfunden?" Und nein, müsse er zugeben, es wären in diesem Fall nicht die Schweizer, sondern die Schwaben gewesen. Das Basler Missionshaus sei sogar scherzhaft "Schwabenkaserne" genannt worden. Die ersten Missionare der Basler Mission kamen aus Württemberg. Daher sollte seiner Meinung nach die Ausstellung den Untertitel tragen: "200 Jahre schwäbische Mission in der Schweiz und weltweit". Nach diesem Grußwort wünscht sich sogar der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg, Frank O. July, gebürtiger Schwabe zu sein. Für ihn ist Mission heute nicht nur ein "Unterwegs zu den Anderen", sondern viel mehr ein "Unterwegs mit den Anderen". Die Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Marion von Wartenberg, hebt in ihrer kurzen Rede die Bildungsarbeit der Basler Mission hervor. Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe seien schon immer Thema der Basler Mission gewesen, sie habe das reformatorische Anliegen "Bildung für alle" aufgegriffen und zu ihrer Aufgabe gemacht.

"Die Ausstellung ‚Unterwegs zu den Anderen – 200 Jahre Basler Mission und Württemberg‘ ist das Herzstück der Feierlichkeiten BM 200. Mit ihr blicken wir auf ein Stück reiche und bewegte Missionsgeschichte zurück", beschreibt Pfarrer Dieter Bullard-Werner, Geschäftsführer der Basler Mission – Deutscher Zweig den Hintergrund der Ausstellung. "Wir wünschen uns, dass die Ausstellung viele junge und alte, kranke und gesunde Menschen, egal welcher Religion und Nationalität, anspricht und mitnimmt in die Bewegung, die die Basler Mission vor 200 Jahren ergriffen hat. Denn das Ziel der Mission, das Evangelium des Friedens zu leben, ist geblieben und hoch aktuell; das zeigen uns Nigeria und der Südsudan."

Andrea Kittel vom Landeskirchlichen Archiv Stuttgart der Evangelischen Landeskirche in Württemberg hat die Ausstellungskonzeption mit dem Gestaltungsteam Anja und Christoph Emde umgesetzt. "Die zahlreichen kleinen Ausstellungseinheiten werden zwischen Sitzgruppen und Aufenthaltszonen präsentiert. Die Gäste des Klinikums erhalten dadurch die Möglichkeit, kurze, in sich schlüssige Ausschnitte der Ausstellung zu betrachten."

Die Missionare und Missionarinnen hätten ihre Heimat verlassen und seien in fremde Welten aufgebrochen, so Kittel. "Was hat sie angetrieben?" Und auch bei den Menschen in den damaligen "Missionsgebieten" habe es massive Fremdheitserfahrungen gegeben: "Was wollen diese Weißen?" Aus dem "Unterwegssein" Einzelner hätten sich unter Bedingungen des Kolonialismus und westlicher Kulturdominanz eigenständige christliche Kirchen entwickelt. Selbstbewusst beanspruchten ihre Mitglieder heute für sich, nicht als die "Missionierten" zu gelten, sondern seien entschlossen, ihre religiösen und kulturellen Vorstellungen einzubringen.

Kittel sieht den aktuellen Bezug der erzählten Geschichten: "Die Ausstellung spielt bewusst mit der doppelten und dreifachen Fremdheitserfahrung, die sich zwischen Menschen verschiedener Kulturen und Menschen unterschiedlicher Epochen auftut. Die Ausstellungsbesucher und -besucherinnen selbst sind hineingenommen in diese Art der Begegnung. Fremdheit löst nicht nur Irritation aus, sondern auch Neugier und den Wunsch, nicht Gekanntes zu verstehen. Deshalb ist die Ausstellung eine Einladung an alle Neugierigen, zu sehen, zu hören, zu lesen, vielleicht zu verstehen – unterwegs zu den anderen."

Text und Foto: Corinna Waltz /EMS

Die Ausstellung Unterwegs zu den Anderen. 200 Jahre Basler Mission und Württemberg wird vom 26. April bis 28. Juni 2015 im Diakonie-Klinikum Stuttgart, Rosenbergstr. 38, 70176 Stuttgart gezeigt. Nähere Informationen zum Inhalt und zum Rahmenprogramm erhalten Sie hier. Beachten Sie auch die Homepage zum Jubiläumsjahr der EMS.

Kirchenfernsehen.de hat über die Ausstellung berichtet.

Bildquelle der Fotostrecke: Emde Gestaltung

Landesbischof Otfried July eröffnet die Ausstellung „Deutsche im Heiligen Land“

Dr. Levy, Dr. July, Prof. Goren, Dr. Eisler, Dr. PD Haag

Am 14. März öffnete die Ausstellung in der ehrwürdigen Stuttgarter Leonhardskirche mit einer feierlichen Eröffnung ihre Pforten. Über zweihundert Gäste waren zu diesem Anlass erschienen, darunter Nachfahren der damaligen Siedler und Akteure, Wissenschaftler, die sich mit dem Thema befassen, und auch der ehemalige israelische Botschafter war eigens angereist. Hier hat Christoph Knoch einige schöne Impressionen der Veranstaltung zur Verfügung gestellt. 46 Leihgeber haben zum Gelingen der Schau beigetragen. Über 500 Gegenstände, die das Leben und Wirken der Deutschen in Palästina dokumentieren, werden gezeigt. Es ist erstaunlich, dass diese Exponate die Zeit überdauerten, und nun in der Leonhardskirche zu einer beeindruckenden Schau zusammengeführt werden konnten. Außerdem können die Besucher durch die vielen Fotografien, die Szenen der damaligen Situation wiedergeben, in die einstige Welt deutscher Kolonisten und Wohltäter visuell eintauchen. Verantwortlich für die Ausstellung ist Dr. Jakob Eisler, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Landeskirchlichen Archiv tätig ist. Ein besonderer Bezug des Themas zu Württemberg ist dadurch gegeben, dass von den 5000 Europäern, die vor dem Ersten Weltkrieg in Palästina lebten, 3000 Deutsche waren, und von diesen wiederum 2500 aus Württemberg stammten. Wir laden herzlich zum Besuch der Ausstellung ein. Bis zm 25. Mai ist sie zu sehen, und zwar Dienstags bis Freitags 10-16 Uhr, Samstags von 10-13 Uhr, und Donnerstags 10-18 Uhr. Geboten wird auch ein Begleitprogramm.

    

Das Landeskirchliche Archiv als Drehort der US-Serie "Who do you think you are?"

Im US-amerikanischen Fernsehen läuft seit einigen Jahren eine genealogische Sendereihe namens Who do you think you are?, die sich der Ahnen- und Familienforschung von berühmten Persönlichkeiten widmet.

Genealogische Forschungen in den USA haben ergeben, dass der erfolgreiche US-amerikanische Sänger Josh Groban württembergische Wurzeln hat. Er stammt ab von dem Bietigheimer Pfarrer und Radikalpietisten Johann Jakob Zimmermann, dessen Angehörige 1693 von Rotterdam aus nach Pennsylvania ausgewandert sind. Zimmermann selbst war kurz vor der Einschiffung verstorben.

Johann Jakob Zimmermann gehörte als Anhänger der Mystik des Philosophen Jakob Böhme zu den religiösen Schwärmern der Zeit, die ihre mystischen Endzeitvorstellungen mit massiver Kritik an der Amtskirche verbanden. Bereits als Student hatte sich Zimmermann intensiv mathematischen und astronomischen Fragen zugewandt. Unter dem Pseudonym Ambrosius Sehmann von Caminiez verfasste Zimmermann mehrere astronomische und theologische Schriften, in denen er für die Anerkennung des kopernikanischen Weltbildes eintrat und heftige Kirchenkritik übte. Für das Jahr 1693 berechnete er den Weltuntergang.

Nachdem er in mehreren Verhören vor der Kirchenleitung von seinen Lehren nicht ablassen wollte, wurde Zimmermann 1684 seines Amtes enthoben.

Das, obwohl er zunächst wegen seiner astronomischen Fähigkeiten beim württembergischen Herzog hohes Ansehen genoss. 1680/81 beobachtete er in dessen Auftrag den großen Kometen, den er als Vorzeichen des göttlichen Strafgerichts deutete. Da der Komet von Westen nach Osten wandere und sein Schweif nach Westen gerichtet sei, werde der Weltuntergang zuerst Europa treffen, Amerika hingegen aber verschont bleiben.

Diese Deutung gab letztlich den Anstoß für seine geplante Auswanderung.

Das Landeskirchlichen Archiv verwahrt etliche zeitgenössische Dokumente aus dem Zeitraum 1671 bis 1686, die das Wirken und den Werdegang von Johann Jakob Zimmermann widerspiegeln, wie etwa den Eintrag der Eheschließung von Zimmermann, Briefe von Zimmermann an das Konsistorium, Briefe vom zuständigen Dekan, Protokolle über Zimmermanns Befragungen vor dem Konsistorium u.a..

Am 7. Januar 2015 war ein amerikanisches Fernsehteam zusammmen mit Josh Groban und dem Heidelberger Amerikanist Prof. Dr. Jan Stievermann im Landeskirchlichen Archiv, um für die Sendung, die im März 2015 ausgestrahlt wurde, Filmaufnahmen zu machen. Josh Groban war sichtlich beeindruckt von der Fülle der Originalquellen über seinen Vorfahren und bewegt über dessen Schicksal.

Außerdem besuchte Josh Groban im Zusammenhang mit den Dreharbeiten auch das Hauptstaatsarchiv in Stuttgart, das Stiftsarchiv in Tübingen, sowie die Bietigheimer Stadtkirche, dem Wirkungsort seines Vorfahren.

Tagung zur Historischen Demographie in den Räumlichkeiten des Archivs

Fotograf: Ulrich Binder. Mit freundlicher Genehmigung.

Trotz ungünstigem Wetter haben circa 40 Interessierte am 27. Februar an der vom Arbeitskreis Historische Demographie der Universität Mainz in Kooperation mit den Universitäten Basel, Krems und Trier (verantwortlich: Kurt W. Alt, Melanie Schranz, Christian Steuerwald, Lena Voelz, Mandy Willert) ausgerichteten Tagung „Historische Demographie in den Sozial- und Naturwissenschaften" in den Räumlichkeiten des Landeskirchlichen Archivs teilgenommen. Es wurden mehrere interessante Forschungsprojekte vorgestellt, die sich mit der Auswertung demographischer historischer Quellen und den daraus gezogenen Erkenntnissen befassten. Einige der Vorträge fußten dabei, was uns besonders freute, im Wesentlichen auf einer historischen Quelle, die ein wichtiger Bestand unseres Archives ist, nämlich den evangelischen Kirchenbüchern Württembergs, die sich als Ausgangsmaterial für demographische Forschungen sehr eignen. Aber es wurde auch über den Tellerrand der Geschichtswissenschaft geblickt, indem auch die archäologische Dimension der demographischen Forschung vorgestellt wurde. Es zeigte sich in der Diskussion, dass das interdisziplinäre Gespräch zwischen beiden Forschungsrichtungen durchaus fruchtbar ist. Bei einer Führung durch das Archivmagazin wurden den Referenten und Tagungsbesuchern verschiedene der im Landeskirchlichen Archiv verwahrten Quellengattungen vorgestellt.

Unser Verantaltungsprogramm für 2015

Wir laden Sie herzlich ein!

Freitag, 16. Januar 2015, 17 Uhr:

Eröffnung der Ausstellung „Lesezeichen", in Kooperation mit Studierenden der Hochschule der Medien Stuttgart

Ort: Lesesaal von Archiv und Bibliothek in Möhringen

Freitag, 27. Februar 2015:

Historische Demographie in den Sozial- und Naturwissenschaften. Die Kirchenbücher des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart als historische Quelle.

Tagung in Kooperation mit Studierenden der Universität Mainz

Ort: Lesesaal von Archiv und Bibliothek in Möhringen

25. – 26. Juni 2015:

Europäische Tagung zum Ulmer Münsterturmjubiläum 2015

Tagung in Kooperation mit dem Stadtarchiv Ulm

Ort: Stadthaus Ulm

Mittwoch, 22. Juli 2015, 17 Uhr:

Verleihung des Brenzpreises

Ort: Brenzsaal (Evang. Oberkirchenrat, Gänsheidestr. 4)

Freitag, 9. Oktober 2015:

Württemberg und die Basler Mission.

Tagung des Vereins für Württembergische Kirchengeschichte

Ort: Lesesaal von Archiv und Bibliothek in Möhringen

Freitag, 20. November 2015, 17 Uhr:

Ort: Martinskirche Möhringen

Die sich anschließende Ausstellung mit Exponaten aus dem Bestand der Landeskirchlichen Zentralbibliothek kann im Lesesaal von Archiv und Bibliothek in Möhringen besucht werden.

Totentanz. Ein Mysterienspiel des Stuttgarter Spielkreises mit einer Einführung von Dr. Konstanze Grutschnig

Deutsche im Heiligen Land

Der deutsche christliche Beitrag zum kulturellen Wandel in Palästina. Eine Ausstellung des Landeskirchlichen Archivs 
Die Ausstellung wird über 100 Tafeln über deutsche Protestanten, Templer und deutsche Katholiken und deren Tätigkeit im 19. Jahrhundert vorstellen. In ca. 20 Großvitrinen werden Produkte, Devotionalien und Bücher aus dem Heiligen Land gezeigt.
Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts lag Palästina als Provinz des weit gespannten osmanischen Reiches am Rande des Interessenfeldes der europäischen Mächte. Nur die traditionellen Schutzmächte der lateinischen und der orthodoxen Christenheit, wie Frankreich und Russland, waren im Land präsent. Erst während der Reformzeit von 1839 bis 1878 öffnete sich Palästina und es begann das "Jahrhundert der Mission". Zahlreiche amerikanische, englische und deutsche Missionsgesellschaften kamen ins Land.
Die ersten deutschen evangelischen Missionare wurden 1846 von der Pilgermission
St. Chrischona bei Basel nach Palästina geschickt. 1851 gründete die Kaiserswerther Diakonissenanstalt zunächst ein Hospital, später eine Schule in Jerusalem. Danach wurde der Johanniterorden wieder im Heiligen Land aktiv. Ab 1868 kamen württembergische Templer ins Land, deren Gemeinschaft sich aus dem württembergischen Pietismus entwickelt hatte.
Dies war der Beginn einer weitreichenden und langfristig wirkenden Tätigkeit vornehmlich württembergischer Missionare und Siedler. Diese waren mit ihrem Engagement aus der Missionstätigkeit im Bereich von Bildung und Diakonie sowie Städteplanung, Landwirtschaft, Handwerk und beginnender Industrialisierung prägend für das Land. Nach 1918, während der britischen Mandatszeit, ging die Bedeutung der deutschen evangelischen Missionseinrichtungen und Siedlungen zurück. Spätestens mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde ihre Arbeit eingestellt.
Der Stuttgarter Fotograf Paul Hommel (1880–1957) bereiste seit 1927 mehrfach Palästina. Ihn interessierten nicht nur die heiligen Stätten des Landes, sondern auch die einheimische Bevölkerung, die zionistische Bewegung und insbesondere deutschen Kolonien und Missionseinrichtungen, in deren Auftrag er Postkartenserien herstellte. Hommel machte tausende Aufnahmen und durch Zufall überdauerte ein Großteil dieses wertvollen Bildmaterials. Diese Fotografien über die deutsche christliche Tätigkeit in Palästina entstanden in einer Zeit, in der sich deren Bedeutung bereits im Niedergang befand. Sie dokumentieren jedoch den Gebäudebestand, über den die Missionseinrichtungen und Siedlungen in ihrer Blütezeit um 1900 verfügt hatten.

Am 14. März 2015 um 17:00 Uhr wird die von Dr. Jakob Eisler im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart zusammen mit dem Verein für württembergische Kirchengeschichte erstellte Ausstellung von Landesbischof Frank O. July in der Leonhardskirche in Stuttgart Mitte eröffnet.

Wlan im Landeskirchlichen Archiv

Neuer Service für die Nutzer des Archivs und der Zentralbibliothek. Sie können sich nun mit Ihren mobilen Endgeräten über einen Hotspot kostenfrei in unser Netz einloggen und im Internet arbeiten, recherchieren oder kommunizieren. Bitte melden Sie sich bei Bedarf eines Logins an der Auskunftstheke. Dort erhalten Sie die zur Anmeldung notwendigen Kenndaten.

 

 

Ausstellungseröffnung in Schornbach zum Ersten Weltkrieg

Die Eröffnung der Ausstellung „Schornbach und Buhlbronn im Ersten Weltkrieg. Feldpostbriefe 1914 - 1918" fand am 12. September im evangelischen Gemeindehaus Schornbach statt. Einleitende Worte sprach der ehemalige Oberbürgermeister Winfried Kübler, der im Zuge der Transkriptionsarbeiten die Arbeitsgruppe leitete, die die Feldpostbriefe transkribiert und ausgewertet hat. Auch Herr Dr. Fink und Frau Dr. Pelizaeus vom Landeskirchlichen Archiv Stuttgart beteiligten sich an der Gestaltung der Vernissage mit zwei Referaten zum Thema. Während des ersten Weltkrieges schickte der damalige Schornbacher Pfarrer Ludwig Pressel regelmäßig das Gemeindeblatt an die im Feld stehenden Männer der Ortschaft. Dies führte dazu, dass den Pfarrer im Gegenzug auch zahlreiche Briefe und Postkarten der Soldaten erreichten. Anlässlich der kürzlich erfolgten Verzeichnung des Pfarrarchivs wurde der Karton mit den 1.509 Feldpostkarten und 197 Feldpostbriefen aus dem fast hundertjährigen Schlummer erweckt und stellt nun ein wichtiges Bindeglied in die Vergangenheit dar. Der Bevölkerung des Ortes wird so eine lokale Auseinandersetzung mit dem Thema Erster Weltkrieg im Gedenkjahr des Kriegsausbruches ermöglicht. Das Landeskirchliche Archiv begleitet und unterstützt das Projekt.

Rückblick auf den Tag der offenen Tür am 8. März 2014

Bei frühlingshaftem Wetter durften wir in unserem Gebäude über 200 Besucher empfangen, die von dem Angebot unser Archiv kennenzulernen Gebrauch machten. Insgesamt 9 Führungen durch unser Magazin fanden statt. Dort wurden einige ausgewählte archivische Quellen vorgestellt. Es gab Lesungen aus Kirchenkonventsprotokollen und die Möglichkeit, sich über die Nutzung der familiengeschichtlichen Quellen zu informieren. Auch die Führungen durch die Landeskirchliche Zentralbibliothek fanden reichen Zuspruch. Die Kinder konnten sich beim Basteln von Lesezeichen und beim Anfertigen von Familienstammbäumen aktiv betätigen. Zahlreiche Besucher hatten auch alte Briefe und ähnliche Dokumente mitgebracht, bei deren Entzifferung das Archivpersonal fachkundige Hilfestellung leistete. Unten haben wir einige Impressionen des Tages zusammengestellt.

Blog zum Kirchenbuchportal

Wie viele Familienforscher und Familienforscherinnen wissen, arbeiten mehrere evangelische Landeskirchen derzeit an der Realisierung eines Portals, auf welchem Digitalisate der Kirchenbücher in absehbarer Zeit im Internet präsentiert werden sollen. Wir sind daran auch beteiligt. Das Kirchenbuchportal möchte Interessierte schon vorab über das Projekt informieren und hat aus diesem Grund einen Blog eingerichtet. Es besteht auch die Möglichkeit, sich für einen Newsletter anzumelden. Wer sich anmeldet, kann Tester werden und sich so in dieser Phase einbringen.

Ausstellungen im Harz (Wernigerode, Quedlinburg, Goslar)

Führung durch die Ausstellung in Quedlinburg

Unsere Ausstellung "Deutsche im Heiligen Land" war in diesem Jahr im Harz zu Gast. Die Ausstellung veranschaulicht auch die Verbindung zwischen dem Heiligen Land und dem Harz. Nennenswert sind u.a. die Neinstedter Anstalten und ihre dorthin entsandten Diakone, der Forscher und Geograph Carl Ritter, die Quedlinburger Glasmalerei „Ferdinand Müller“ und der Halberstädter Architekt Paul Groth, der den Bau der deutschen Erlöserkirche in Jerusalem begleitete. Ferner wird die Auguste Victoria-Stiftung auf dem Ölberg mit Himmelfahrtkirche dargestellt. Die Hauptfassade der Auguste Victoria–Stiftung wurde der Goslaer Kaiserpfalz nachempfunden wie auch die Säulen-Kapitäle und Schmuckportale.

Im Mai und Juni wurde die Ausstellung in der Sankt-Sylvestri-Kirche in Wernigerode ausgestellt. Von Juli bis Oktober war sie in der Aegidii- und in der Nikolaikirche in Quedlinburg und im November/Dezember in der Goslarer Neuwerk-Kirche zu sehen. In Quedlinburg wurden 1600 Besucher gezählt, in Goslar waren es über 1000, wie auch in Wernigerode. Das Begleitprogramm (Eröffnung, Finissage, Führungen und Vorträge) wurde von insgesamt etwa 500 Besuchern wahrgenommen. In Quedlinburg wurde die Ausstelung durch Oberbürgermeister Dr. Eberhard Brecht eröffnet.

Das Dankesschreiben des Förderkreises der Aegidii-Kirche kann hier eingesehen werden.

"Eine Bibel für Württemberg" zu Gast in Moskau

Dr. Anette Pelizaeus

Vom 22.-24.10.2013 fand an der Russischen Akademie der Wissenschaften eine internationale Tagung über das Mäzenatentum und das Sammelwesen in der Renaissance statt. Die Tagung wurde von der Kommission für die Kultur der Renaissance an der Russischen Akademie der Wissenschaften, vom Deutschen Historischen Instituts in Moskau und vom Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit an der Staatlichen Lomonossow-Universität in Moskau veranstaltet Forscherinnen und Forscher aus Russland, der Ukraine, aus Frankreich und Deutschland fanden sich zusammen, um über die verschiedenen Mäzene zu sprechen, die im europäischen Raum durch die Förderung der Künste die kulturelle Entwicklung in Europa wesentlich prägten und die aufgrund ihres Mäzenatentums auch heute noch von besonderer Bedeutung sind.
Auch das Landeskirchliche Archiv Stuttgart, vertreten durch Dr. Anette Pelizaeus, war bei dieser Tagung zugegen, bot sich doch auf dieser Plattform die Möglichkeit, über den Mäzen Herzog Christoph von Württemberg (1550-1568) zu sprechen, der im Sinne der Festigung der protestantischen Lehre in Württemberg auch die Verbreitung der lutherischen Bibel förderte, indem er 1564 den Auftrag zu einem lutherischen Bibeldruck in einer Auflage von 200 Exemplaren für die Kirchen in Württemberg erteilte. Die erste Bibel für Württemberg wurde in Frankfurt von Sigmund Feyerabend, Georg Rab und Weygand Hanen Erben gedruckt und enthält insgesamt 134 Holzschnitte, die in der Ausgabe des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart alle handkoloriert sind. Dadurch stellt dieses Bibelexemplar ein wertvolles Unikat dar, das nun bei der interanationalen Tagung in Moskau vorgestellt werden konnte und damit auch eine internationale Würdigung erhielt.

Frau Dr. Pelizaeus hat zu dieser Bibel im vergangenen Jahr auch ein Buch veröffentlicht und eine Wanderausstellung konzipiert, die bei uns entliehen werden kann.